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 Tips für SpielleiterInnen

Theorie

Wenn die anderen TeamerInnen nicht direkt als SpielleiterIn eingesetzt sind, sollten sie sich um das Umfeld kümmern. Dazu gehört: das Spielgeschehen beobachten (Positives und Negatives merken), sich um AußenseiterInnen kümmern, sich selbst als TeilnehmerIn in das Spiel einbringen, etc.

Wichtig ist hier wieder:

  • gute Zusammenarbeit im Team
  • Als SpielleiterIn habe ich eine besondere Aufgabe. Ich muß die Anleitungsfunktion übernehmen, darf mich aber nicht aus dem Spielgeschehen ausschließen.
  • Spielhemmungen müssen überwunden werden bzw. dürfen gar nicht aufkommen. Es muß also beachtet werden:
    • möglichst keine ZuschauerInnen
    • bei bestimmten Spielen Musikuntermalung
    • einfache, deutliche Spielregeln
  • SpielleiterInnen sollten so oft wie möglich mitspielen
  • Mit Lockerungsspielen beginnen
  • Anschließend sollten die Gruppen Erfahrungen austauschen (nach bestimmten Spielen)
  • Als SpielleiterIn darf ich nicht "starre" VollstreckerIn sein, sondern muß durch gute Vorbereitung sicher werden. Dazu gehört:
    • ich habe mehrere Spielvorschläge
    • ich habe notwendiges Material
    • ich habe mir Gedanken über die Wünsche der MitspielerInnen gemacht
  1. Planung

     
    • Mit welcher Gruppe habe ich es zu tun? (Wo liegen die Interessen, Wünsche, Probleme, Spielerfahrungen, Vorlieben und Schwächen der einzelnen TeilnehmerInnen?).
    • Was will ich mit den Spielen erreichen?
    • Welche äußeren Bedingungen muss ich berücksichtigen? (Räumlichkeiten, Ungestörtheit, Dauer, ...).
    • Welche Materialien benötige ich?
  2. Auswahl der Spiele
     
    1. Spiele zu Beginn
      Spiele, die nicht gleich TeilnehmerInnen ausschließen, weil sie zuviel Aktivität oder besondere Fähigkeiten verlangen. Spiele mit einfachen Regeln. Wenn sich die TeilnehmerInnen untereinander nicht kennen, keine Spiele mit zu engem Körperkontakt. Keine Spiele, bei denen sich einzelne TeilnehmerInnen vor der Gruppe produzieren müssen. Spiele, bei denen andere jederzeit dazukommen können.
    2. Zusammenstellung der Spiele
      Es sollte darauf geachtet werden, daß sich aktive mit ruhigen Spielen abwechseln und die Betonung mal mehr beim Einzelnen, mal mehr bei der Gruppe liegt.
  3. Die Rolle des Spielleiters/der Spielleiterin zu Beginn
    Der/die SpielleiterIn sollte Spiele auswählen, bei denen er/sie sich selbst wohlfühlt bzw. die einem selbst viel Spaß machen (Motivation!). Der/die SpielleiterIn sollte sich selbst als MitspielerIn einbringen. Dazukommende TeilnehmerInnen im Spiel sollten miteinbezogen werden oder es sollte zu einem neuen Spiel übergeleitet werden.
     
  4. Spielerklärung
    Die Regeln in eine Geschichte packen (dadurch wird Motivation und Spannung erzeugt; meistens wird dadurch auch die Spielidee - besonders bei Kindern - besser verstanden). Bei komplizierten Abläufen: Mit einer TeilnehmerIn demonstrieren oder in "Zeitlupe" durchspielen. In zwei Schritten spielen, d.h. mit einfachen Regeln beginnen und nach einiger Zeit eine Regel hinzufügen. Standpunkt so wählen, daß alle TeilnehmerInnen gut sehen und verstehen können.
     
  5. Spielgeschehen
    Veränderungen des Regelwerkes zulassen. Für die Sicherheit der TeilnehmerInnen sorgen (Platzbeschaffenheit, Belastbarkeit der TeilnehmerInnen). Gleichstarke Gruppen wählen. Die Spiele sollten nicht "totgespielt" werden, ebenso sollten Abweichungen von der Planung aber auch Verlängerungen oder Wiederholungen zugelassen werden. Die Spiele/Veranstaltungen mit einem gemeinsamen Spiel/"Zeremonie" beenden.
     
  6. Spielen mit verschiedenen Altersgruppen
     
    • Kinder
      Kinder haben einen stärkeren Bewegungsdrang, der Leiter sollte darauf eingehen. Es muss eine Mischung von ruhigen und aktiven Spielen bestehen, da Kinder irgendwann ihre innere Spannung loswerden müssen bzw. sie auch lernen sollten, still zu werden.

       
    • Jugendliche
      Viele Jugendliche empfinden Spiele als "Kinderkram"! Das heißt nicht, daß sie nicht gerne spielen, sondern sich durch ihr erzogenes Verständnis nur zu alt für solche Dinge fühlen. Ich muß als LeiterIn also regelrecht für meinen Spiele werben. Es ist hilfreich, das Wort "spielen" dabei nicht zu erwähnen, sondern eine Umschreibung, wie z.B. "eine Aktion starten / eine Ralley machen / eine Session starten / eine Show aufziehen" etc. Oft kann man Jugendliche gewinnen, indem man als LeiterIn einfach mit dem Spiel anfängt und die Leute mitreißt.
       
    • Erwachsene:
      Erwachsene besitzen die größten Spielhemmungen. Spiele wie z.B. Volleyball, Skat, Schach, etc. werden aufgrund des Regelwerks akzeptiert. Aber eine Aufforderung, wie z.B.: "Alle bewegen sich jetzt wie Krokodile durch den Raum" wird schnell als blöd, kindisch, albern ("was soll denn das...") usw. abgewertet und abgelehnt.
       

Copyright © Klaus Vogler
Letzte Aktualisierung am 1. Dezember 2003
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